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Pressemitteilung des ZYD zum Mord an Arzu Özmen




An alle, die mit uns um  Arzu Özmen trauern:
Wir Yeziden verurteilen jede Form von Gewalt und Zwang!


Arzu Özmen ist tot, ihr Leidensweg wird noch offenbar werden. Und vor kurzem erschoss  in Stolzenau ein Vater seine 13-jährige yezidische Tochter.
Diese unmenschlichen  Taten sind  mit unserer  Religion absolut  unvereinbar. Unsere  Religion erzieht uns zur Gewaltfreiheit. Das Töten anderer Menschen, aus welchem Grund auch immer ist ein schweres Vergehen in den Augen unserer Religion. Die Verantwortlichen  müssen die  volle  Härte  des  Gesetzes  erfahren. Angebliche religiöse Gründe dürfen nicht als mildernde Umstände herhalten. Verharmlosung darf es nicht geben. Mord bleibt Mord.


Wir sind in Deutschland eine Minderheit von etwa 60 000 Menschen. Niemandem fiele es ein, pauschal alle Deutschen, alle Christen als Mörder, Triebtäter, Diebe und Betrüger zu diffamieren, wenn unter ihnen jemand solche Taten verübt. Unsere Erfahrung aber ist: Mit Minderheiten geht die Öffentlichkeit  anders um. Aus einer Religionsgemeinschaft mit einer viertausendjährigen Geschichte wird so schnell eine „finstere Sekte“.


Toleranz und Respekt prägen unsere Religionsgemeinschaft, sie sind unsere moralische Grundausstattung, die uns die Integration möglich und leicht gemacht hat. Yeziden wurden seit Jahrhunderten und werden bis heute in ihren Ursprungsgebieten verfolgt und diskriminiert. Unsere Eltern haben oft  nicht einmal eine Schule besuchen können. In Deutschland sind Yezidinnen und Yeziden inzwischen in allen Berufssparten vertreten. Wir sind verantwortliche Mitglieder der deutschen Gesellschaft. Und wir wissen uns mit dieser Gesellschaft einig in der Verurteilung derartiger Gewalttaten.  Einig  auch in der Verurteilung von Zwangsehen.


Es unterscheidet uns Yeziden  nicht von anderen, dass es auch in unseren Reihen Menschen gibt, die verabscheuungswürdige Taten begehen. Und wir werden weiterhin alles unternehmen, was uns möglich ist, um solche Taten zu verhindern.

Oldenburg, den 19.01.2011



Zentralrat der Yeziden in Deutschland - Navenda Sêwirdariya Êzîdiyan li Almanya
Eidechsenstraße 19, 26133 Oldenburg - www.yeziden.de, zentralrat@yeziden.de
Fon: 0049 (0) 441 4850555, Fax: 0049 (0) 441 4850557

Mitgliedsvereine: E-ZI-DI - Yezidischer Verein in Ostfriesland e.V. (Leer), Yezidisches Forum e.V. (Oldenburg), Verein der Eziden am unteren Niederrhein e.V. (Kalkar),
Plattform Ezidischer Celler e.V., Lalish-Zentrum in Bielefeld




Uralter Glaube auf der Suche nach sich selbst




Yeziden diskutieren in Oldenburg über Status quo und Zukunft

Von Holger Geisler

Oldenburg Wenn am ersten Weihnachtsfeiertag weit mehr als 100 Menschen  aus der Republik nach Oldenburg reisen, um über den Status quo und den weiteren Weg ihrer Religion zu diskutieren, ist das bemerkenswert.

Die Yeziden haben vor Weihnachten ein religiöses Fest, an den Weihnachtstagen feiern sie nicht.  Doch die Diskussionsteilnehmer sind allesamt berufstätig und hätten die Feiertage ganz sicher gerne im Kreis ihrer Familien verbracht. Das Thema, das im yezidischen Gemeindezentrum  an der Eidechsenstraße diskutiert wird, ist jedoch wichtiger für die Glaubensgemeinschaft.

Es geht um den Status quo des yezidischen Glaubens und den Ausblick in die Zukunft. Vor 44 Jahren sind die ersten Yeziden nach Deutschland gekommen. Nach jahrhundertelanger Unterdrückung und Verfolgung in der Türkei, ebenso  in Syrien und Irak, haben sie hier eine neue Heimat gefunden. Die Möglichkeit, die eigene Religion ohne Einschränkung ausüben zu können, die eigene Sprache ungestraft zu nutzen und freien Zugang zur Bildung zu haben, eröffneten den Yeziden bislang unbekannte Möglichkeiten.

Darauf wies Telim Tolan, Vorsitzender des Zentralrats der Yeziden in Deutschland, in seiner Rede hin. Er beschrieb die Ist-Situation am Beispiel Oldenburg sehr eindrucksvoll. Waren es Anfang der 80er Jahre noch 18 Haushalte, die allesamt zur Miete wohnten, so sind allein aus diesen Personenkreis heute über 60 Haushalte durch Geburt und Heirat entstanden, die fast ausschließlich im Eigenheim zu Hause sind. Auch der Anteil an Abiturienten, an Akademikern und Selbstständigen ist überproportional hoch. Das gilt insbesondere für die yezidischen Frauen.

Als Musterbeispiel hierfür stand Düzen Tekkal am Rednerpult. Die RTL-Reporterin sprach über die Rolle der yezidischen Frau in der modernen Welt und nahm sich auch gleich des Themas „Die moderne Frau in der yezidischen Welt“ an. Mit ihrer frischen und unkomplizierten Art nahm sie die Teilnehmer mit auf ihren Lebensweg und begeisterte vor allem die zahlreich erschienenen jungen Frauen  und ermutigte sie, ihren Weg zu gehen.  

Ihr folgte der Jurist Serhat Ortac. Er  sprach über „Akademiker als Motor für die Entwicklung“. Nach seiner Einschätzung taugen die teils beachtlichen Karrieren bedingt als Motor und Motivation. Um jedoch eine Vorbildfunktion einnehmen zu können, müssten diese einen gesellschaftlichen Beitrag leisten, indem sie z.B. sich in den Vereinen engagieren.

Der Diplom-Sozialpädagoge Halil Savucu übernahm mit seinem Beitrag „Yezidische Kinder  und Jugendliche – Integration, Tradition und Assimilation“ den Part des mahnenden Gewissens. Savucu wies auf die zweifelsohne noch bestehenden Probleme hin und forderte zu weiteren Anstrengungen auf.

Der letzte Redebeitrag gebührte Hayri Demir vom Vorstand der Yezidischen Jugend. Er bewies mit seinem Beitrag zum Thema „Die Kraft und Intention durch das Prinzip Tausi Melek“, wie lebendig die Religion sein kann. Mit seinen Ausführungen zu Tausi Melek, der oberste Engel im yezidischen Glauben, machte er die Theologie plastisch.

Abschließend stand eine intensive Diskussionsrunde mit allem Podiumsteilnehmern an. Zum Ende  nach gut sieben Stunden stand fest: Es war eine gelungene Veranstaltung und ein weiterer Schritt auf dem Findungsprozess in der Fremde, die längst zur neuen Heimat geworden ist.

Die Yeziden in Deutschland haben viel erreicht. Dass unter den geänderten Lebens- und Kulturbedingungen noch eine Menge zu tun bleibt, ist unbestritten. Doch auch das Christentum, die Religion des Abendlandes, ist ständiger Veränderung und Anpassung unterworfen. Auch die Protestanten und Katholiken in Deutschland suchen immer wieder nach dem richtigen Weg. Auf der Suche dahin sind die Yeziden am 25.12 ein gutes Stück vorangekommen. Um den Nachwuchs, das hat die Tagung in Oldenburg gezeigt, muss es dieser  Religion, die schon rund 2000 Jahre vor Christi existierte, ganz sicher nicht bange sein.




Neuerscheinung „Yezidische Helden“




Im Denge Êzîdiyan Verlag ist unter dem Titel „Yezidische Helden“ eine neue Studie zur yezidischen Religionsgemeinschaft erschienen. Das Buch umfasst dreihundert Seiten und kostet im Vorverkauf EUR 9,50 zzgl. EUR 3 Porto. Bestellungen werden per E-Mail an bestellung@yeziden.de entgegengenommen.


Dieses Buch ist das Ergebnis einer Tagung, die am 28. und 29. November 2009 in Oldenburg stattfand. Das Thema lautete: „Yezidische Helden, Führer und Persönlichkeiten“. Eingeladen hatte der Bildungsausschuss des Yezidischen Forums.


Aus den Referaten der zahlreichen Autoren wurden die Berichte dieses Buches. Das zentrale Thema ist die heldenhafte Rolle früherer weltlicher und geistlicher Würdenträger, die sich mit ihren Kämpfern den Vernichtungsfeldzügen der muslimischen Nachbarn entgegenstellten.


Es sind dies Geschichten von Helden wie die des Fürsten Ali Beg, der sich auch in der Gefangenschaft einer Zwangsislamisierung widersetzte und so den Tod vorzog.

Ein wichtiger Charakterzug der im Buch geschilderten Persönlichkeiten – Mut, Courage – findet sich in der yezidischen Theologie wieder, und so erklärt es sich wohl, dass die yezidische Religionsgemeinschaft trotz der zahlreichen Pogrome noch heute existiert. Ihr selbst gebührt Heldenstatus.


Helden sind die Personifizierung der Eigenschaften, die in einer Gesellschaft als vorbildlich gelten. Sie sind Leitbilder für die Nachwelt und Identifikationsfiguren. Die yezidische Helden haben gemeinsam, dass sie mit Tapferkeit und Klugheit unbeugsam den Kampf gegen Unrecht und Verfolgung geführt haben. Sie haben damit für das geschichtliche Erbe, das historische Gedächtnis der Yeziden, eine existenzielle Bedeutung.


Bemerkenswert ist, dass die yezidischen Helden, die ihren Kampf auch stets für das Kurdentum führten, keinen Einzug in die kurdische Geschichtsschreibung gefunden haben. Auch können wir nicht verschweigen, dass sich nicht selten fehlgeleitete muslimisch-kurdische Fürsten an der Verfolgung und der Ermordung der Yeziden beteiligten. Dennoch blieben sich die Yeziden stets ihrer ethnischen Identität bewusst und ließen sich in dem Glauben an ein freies Kurdistan nicht erschüttern.




Willkommen




Willkommen bei DEM Anbieter von Informationen über das Yezidentum, eine der ältesten Religionen der Welt.


Wir bringen Wissenswertes aus Kultur, Geschichte, Religion und Aktuellem in den Sprachen  Kurdisch und Deutsch.

 

 

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Ziel der Dengê Êzîdiyan Homepage ist die Verbreitung und der Austausch von Informationen mit dem Ziel der Aufklärung über die noch wenig erforschte und häufig fehlinterpretierte Religion der yezidischen Kurden.

Die DÊ-Homepage kann von allen Interessierten am Yezidentum kostenfrei genutzt werden.

Wenn Sie über Neuerungen auf unserer Homepage und zusätzliche Informationen über das Yezidentum informiert werden möchten, dann können Sie unter info@yeziden.de mit uns in Kontakt treten. Ihre Angaben werden selbstverständlich vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.






 

Vorsitzender des Yezidischen Forum e.V. beim 55. Defftig Oldenborger Gröönkohl-Äten


Pressemitteilung des ZYD zum Mord an Arzu Özmen


Batizmiya Êzîdîyen Celka pîroz be


Piyali und das Batizmi-Fest der Celkan-Yezide


Yezidischer Kalender 2012 in Georgien erschienen


Rojnama “Novî vzglyad“ (Nihêrîneke nû) bi zimanê rûsî û kurmancî hejmara 5 hate weşandin


Jahresrückblick 2011 – Ein Jahr erfolgreicher Arbeit


Li zanîngeha Êrîvanê lektorê herî baş Kurd e


Uralter Glaube auf der Suche nach sich selbst-Yeziden diskutieren in Oldenburg über Status quo und Zukunft


Offener Brief der Piratenpartei und die Linke an das Yezidische Forum e.V.


Bûyarên Zaxo û pirsgrêka Êzdîyan


Presseerklärung der GfbV zu den Pogromen von radikalen Islamisten gegen Christen und Yesiden in Irakisch-Kurdistan


Stellungnahme des Zentralrates der Yeziden in Deutschland zu dem Mord in Stolzenau an die 13-jährige Souzan B.


Zentralrat der Yeziden in Deutschland lädt ein: Yeziden in Deutschland – Status quo und Ausblick


Daxwuyaniya Navenda Şêwirdariya Êzîdiyên li Elmaniya


 

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