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Grußwort des Vorsitzenden des Zentralrates der Yeziden in Deutschland anlässlich der Kundgebung "Aktion Mor Gabriel" am 25.01.2009

Grußwort des Vorsitzenden des Zentralrates der Yeziden in Deutschland anlässlich der Kundgebung "Aktion Mor Gabriel" am 25.01.2009
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
liebe Schwestern und Brüder der syrisch-orthodoxen Kirche,
Shlomo Suryoye!
Im Namen des Zentralrats der Yeziden übermittle ich ihnen die solidarischen Grüße der yezidischen Gemeinde in Deutschland.
Eine Jahrhunderte währende Freundschaft verbindet die Yeziden mit den Christen, leider auch eine ebenso lange Schicksalsgemeinschaft. Beide Religionsgemeinschaften, yezidische Kurden und aramäische Christen sind traditionelle Nachbarn aus dem Gebiet Mesopotamiens – der Wiege der Menschheit –, Angehörige einer alten Religion und erleben Verfolgung und Unterdrückung in eigenem Land wegen ihrer religiösen Herkunft.
Diese Verbundenheit ist uns Pflicht und Ehre auch HEUTE unseren aramäischen Brüdern und Schwestern beizustehen!
Tur Abdin, zu dem auch Mor Gabriel gehört, war traditionelles Siedlungsgebiet von aramäischen Christen sowie vieler yezidischer Kurden. Die Yeziden leben heute bis auf wenige Ausnahmen in Deutschland. Kollaborierende Dorfschützer und machthungrige Aghas haben die Dörfer und Ländereien unrechtmäßig in ihren Besitz genommn. Dies gilt z.B. auch für das früher von Yeziden bewohnte Dorf Kiwex, ganz in der Nähe von Mor Gabriel.
Auch die einst von aramäischen Christen bewohnten Dörfer des Tur Abdin sind heute überwiegend entvölkert. Nun werden auch die Klöster – ein kulturelles Welterbe – in ihrer wirtschaftlichen Existenz gefährdet. Hierzu versucht man Kurden und Christen gegeneinander aufzuhetzen, treu dem Motto Divide et impare!
Während der groß angelegten Genozidhandlungen im Südosten der Türkei vor über 90 Jahren konnten zu Tausenden aramäische und armenische Christen bei Yeziden Zuflucht finden. In dem Buch «Vergossenes Blut», den Memoiren des Klosterschülers Abdulmassih Karabasch, heißt es hierzu: «Die Yeziden mögen die Christen sehr; Sie sind edlen Charakters und gastfreundlich. Dies wurde offenbar bei ihrer Aufnahme der Christen und ganz besonders, als sie sich versammelten, um die Christen vor den Verfolgungen und den Blutbädern zu retten; sie gaben sogar ihr Leben für die Christen und ertrugen die Plünderungen ihrer Häuser, um die Christen zu schützen. Außer in Sindjar-Gebirge, unter dem Schutz der Yeziden, konnten sie nirgends Zuflucht finden.»
Bis in unsere Tage konnten sich auch verfolgte Yeziden bei ihren aramäischen Nachbarn ihrer Solidarität und den Schutz gewiss sein.
Die uneingeschränkte Anerkennung der religiösen und kulturellen Identität der Minderheiten ist der einzige Weg um die Türkei auf den Weg zur Demokratie zu führen und Teil der europäischen Familie werden zu können.
Die Solidarität zwischen Yeziden und Aramäer lebt weiter, in der Tükei, in Syrien, in Irak und auch im gemeinsamen Exil in Deutschland.
Frieden, Freiheit, Mor Gabriel
Frieden, Freiheit, Mor Gabriel
Frieden, Freiheit, Mor Gabriel
Herzliche Grüße
Telim Tolan
Vorsitzender
Zentralrat der Yeziden in Deutschland
Navenda Sêwirdariya Êzîdiyan li Almanya Eidechsenstraße 19, 26133 Oldenburg www.yeziden.de, zentralrat@yeziden.de
Fon: 0049 (0)441 4850555, Fax: 0049 (0)441 4850557
Vorstand: Telim Tolan, Süleyman Kaya, Orhan Onat, Güler Tuku, Murad Mahdo, Selim Temin, Semsedin Tunc, Kazim Oba, Osman Güden, Bozo Agirman, Hatun Kizilyel, Genco Mezkal
Mitgliedsvereine: E-ZI-DI - yezidischer Verein in Ostfriesland e.V. (Leer), Yezidisches Forum e.V. (Oldenburg), Verein der Eziden am unteren Niederrhein e.V. (Kalkar), Plattform Ezidischer Celler e.V., Lalish-Zentrum in Bielefeld 
"Yeziden und Christen sitzen in einem Boot"

Der Zentralrat der Yeziden in Deutschland hat am 17.09.2008 auf Einladung des Katholischen Büros am traditionellen Sankt Michaels-Empfang in der Katholischen Akademie in Berlin teilgenommen.
Rund 800 Gäste aus Kirche und Politik, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie Michael Glos, die Bundesministerin für Bildung und Forschung Annette Schavan, die Bundestagsvizepräsidenten Katrin Göring-Eckardt und Wolfgang Thierse sowie der Apostolische Nuntius Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset und der Erzbischof von Berlin, Georg Kardinal Sterzinsky. Den Festvortrag hielt Karl Kardinal Lehmann (Mainz). Der Vorsitzende der Bischofskonferenz Erzbischof Zollitzsch hat gleich am Anfang seiner Begrüßungsansprache die anwesenden Politiker gebeten, sich der Probleme der Christen und auch anderer Religionsgemeinschaften wie Mandäer und Yeziden im Irak anzunehmen. Nach den Reden nutzte der ZYD-Vorsitzende Tolan die Gelegenheit im Foyer ein persönliches Gespräche mit dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz zu führen. Tolan wies auf das besondere Verhältnis zwischen Yeziden und Christen hin und bedankte sich für das Engagement der katholischen Kirche für die Yeziden in Irak. Erzbischof Zollitzsch bestätigte die Bedeutung des religiösen Dialoges. Tolan überreichte Frau Bundeskanzlerin Merkel Issa´s Buch zum Yezidentum. Am nächsten Tag traf sich der ZYD mit dem Leiter des Katholischen Büros Prälat Karl Jüsten. Das Berliner Büro ist der Dreh- und Angelpunkt der politischen Lobbyarbeit der katholischen Kirche. Der Vorsitzende Tolan gab einen Überblick über die Aufgaben und Ziele des ZYD. Ferner bedankte er sich für die Solidarität der katholischen Kirche mit den Yeziden im Irak. "Yeziden und Christen sitzen in einem Boot" erklärte Prälat Jüsten. Die katholische Kirche werde sich auch weiterhin für die Yeziden Irak und anderen religiösen Minderheiten engagieren.
Die Einführung eines yezidischen Religionsunterrichtes nach den Kriterien des Staates begrüßt der Leiter des katholischen Büros. Hierzu müssten die Yeziden enstprechendes Unterrichtsmaterial erstellen.
Man war sich einig, dass es auch künftig Treffen geben wird zwischen dem ZYD und dem katholischen Büro. Der ZYD übergab als Präsent Issa´s Buch zum Yezidentum. Die Fotounterschrift lautet: Foto: Semsedin Tunc, Prof. Dr. Andreas Ackermann, Prälat Karl Jüsten, Telim Tolan, Murad Mahdo, Halil Savucu 
"Zentralrat beim Arbeitsstab der Beauftragten der Bundesregierung für Migration"

"Zentralrat beim Arbeitsstab der Beauftragten der Bundesregierung für Migration"
Eine Delegation des Zentralrates der Yeziden Deutschland traf sich am 18.09.2008 mit der Referentin des Arbeitsstabes der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration Frau Dr. Claudia Martini und den Mitarbeitern Herrn Knopf und Frau Gonca Türkili-Dehnert.
Der ZYD gab einen Überblick über seine Aufgaben und Ziele und nahm Stellung zum Stand der Integration der Yeziden in Deutschland.
Eine Teilnahme des ZYD am Integrationsgipfel sei nicht möglich, da bereits zwei veranstaltet wurden und der dritte bereits für November terminiert ist, erklärte Frau Dr. Martini. Sie sicherte jedoch zu, dass der ZYD künftig zu Treffen der Staatsminister mit Migrantengruppen eingeladen wird. Das nächste Treffen finden in 2009 statt.
Frau Türkili-Dehnert berichtete von häuslicher Gewalt an Frauen. Der ZYD hat sich klar von Gewalt distanziert. Wegen eines Projektes zum Thema Frauen kommt Frau Türkili-Dehnert auf den ZYD zu..
Fotounterschrift lautet: H. Savucu, M. Mahdo, Dr. C. Martini, T. Tolan, Knopf, S. Tunc, Prof. Dr. A. Ackermann, es fehlt: G. Türkili-Dehnert. 
Aufnahme von Irakflüchtlingen

Zentralrat der Yeziden Deutschland
Eidechsenstr.19
26133 Oldenburg Oldenburg, d. 20. 09. 2008
Chef des Bundeskanzleramts und
Bundesminister für besondere Aufgaben
Herrn Thomas de Maizière
11044 Berlin
Aufnahme von Irakflüchtlingen
Sehr geehrter Herr Minister,
anlässlich der am 25. und 26. September stattfindenden Beratungen der Innenminister der EU-Staaten über
die Aufnahme irakischer Flüchtlinge wenden wir uns an Sie mit einer dringenden Bitte:
In diesem Frühjahr haben Herr Minister Schäuble und der französische Präsident Sarkozy die Aufnahme der nicht-muslimischen Flüchtlinge aus dem Irak vereinbart. Leider müssen wir feststellen, dass – u.a. auch nach Einwendungen des irakischen Ministerpräsidenten Nuri al Maliki – die Bundesregierung von dieser Vereinbarung Abstand genommen hat.
Die Äußerung des irakischen Ministerpräsidenten, dass nicht-muslimischen Minderheiten in seinem Land mittlerweile keine Gefahr mehr drohe, ist nur zu verständlich angesichts des Werbens um internationale Investitionen, sie bildet jedoch nur einen Teil der Situation im Land ab. Im Irak sind religiöse Minderheiten zwischen die Fronten von Schiiten und Sunniten geraten, ohne dass die Regierung in der Lage ist, ihnen einen nachhaltigen Schutz zu gewähren.
In diesem Zusammenhang möchten wir an den Anschlag vom 14. August 2007 erinnern, bei dem in der Region Sindjar, unweit der Grenze zu Syrien, mehrere Autobomben explodierten und mehr als 350 Yeziden in den Tod rissen. Dabei handelte es sich um das schlimmste Attentat seit dem Sturz des Saddam-Regimes und verdeutlicht auf grausame Weise, wie schnell der muslimische Terror auch nicht-muslimische religiöse Minderheiten treffen kann.
Diese Einschätzung gilt leider nach wie vor. Trotz der insgesamt verbesserten Sicherheitslage gehen
Einschüchterung, Vertreibung und Mord an den Angehörigen religiöser Minderheiten weiter, betroffen sind vor allem Christen, Mandäer und Yeziden.
Mit großer Dankbarkeit stellen wir fest, dass sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche in Deutschland sich seit langem für die Aufnahme besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge aus dem Irak einsetzen.
Bei der Bundesregierung bedanken wir uns dafür, dass die Angehörigen religiöser Minderheiten aus dem Irak in Deutschland in der Regel als Flüchtlinge anerkannt werden, wenn sie einen Asylantrag stellen.
Nun möchten wir die Bundesregierung darum bitten, sich bei den anstehenden EU-Beratungen aktiv
für eine Aufnahme der nicht-muslimischen Irakflüchtlinge einzusetzen.
Ebenso muss alles dafür getan werden, dass sich die Situation der Minderheiten im Irak verbessert. Hier ist insbesondere die Unterstützung der UNO, der EU und der Bundesregierung erforderlich.
Für weitere Informationen und Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen,
Telim Tolan
Vorstand: Telim Tolan (Vorsitzender), Semsedin Tunc (stv. Vorsitzender), Halil Savucu (stv. Vorsitzender), Orhan Onat (Generalsekretär), Güler Tuku (Frauen), Kazim Oba (Finanzen), Sehmus Agackiran (Jugend), Murad Mahdo, Osman Güden, Selim Temin, Bozo Agirman, Hatun Kizilyel, Genco Mezkal
Brief als PDF-Dokument 
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