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Hilfe für Jesiden gesichert


Stadt verlängert ihr Förderprojekt / Integration gilt als geglückt

Gütersloh. Der Stadt Gütersloh ist in den vergangenen Jahren in aller Stille eine beachtliche Integrationsleistung gelungen. Sie hat einen starken Zuzug von jesidischen Familien bewältigt. Dank Landesmittel ist die weitere Förderung jesidischer Schüler nun bis Ende 2013 gesichert.

Sardal (7), Sipan (10), Karzan (7) und Samyan (9, von links) besuchen die Grundschule Kattenstroth. Sie stammen aus dem Irak und haben - dank Förderung - in Gütersloh recht schnell die deutsche Sprache gelernt. | FOTO: LUDGER OSTERKAMP

Die Zuwanderung von Flüchtlingsfamilien aus dem Irak und Syrien brachte seit 2009 rund 110 jesidische Kinder und Jugendliche nach Gütersloh. Sie werden seit Anfang 2011 sprachlich und sozial gefördert. Dieses Projekt, dessen Kosten verschiedene Gütersloher Stiftungen tragen, zeitigt nach Angaben der Stadt erfreuliche Erfolge, wäre aber im August ausgelaufen. "Dass wir dank des Bildungs- und Teilhabepaketes nun in der Lage sind, das Förderangebot für jesidische Kinder bis Ende 2013 aufrecht zu erhalten, ist uns sehr wichtig", sagte Sozialdezernent Joachim Martensmeier.
Die Beschulung der jesidischen Kinder erfolgt in den Grundschulen Blankenhagen, Kattenstroth und in der Edith-Stein-Schule in Spexard sowie in der Hauptschule Nord und in geringerem Umfang im Carl-Miele-Berufskolleg. Den Schülern und ihren Familien wird ein breites Spektrum an Förderung geboten: Sprachunterricht, Lebenskunde, Freizeitangebote, spezielle Angebote für Mädchen, Elternarbeit, Netzwerke.

Die Zuständigkeiten bei der Hilfe sind koordiniert und aufgeteilt: Die Stadt kümmert sich um Schule und schulisches Umfeld, der Jugendmigrationsdienst der Diakonie im wesentlichen um die beruflichen Belange.

Bei der Stadt ist für die Förderung der Jesiden eigens eine Sozialarbeiterin tätig, Aysa Candan. Sie wird bislang aus den Stiftungsmitteln finanziert, künftig aus den Landesmitteln. Candan spricht kurdisch und ist den Schulen eine große Hilfe. "Wir haben in fast allen Klassen jesidische Kinder", sagt Dietlind Andrae, Leiterin der Grundschule Kattenstroth. "Dank Aysa Candan fügen sich die Kinder viel besser und schneller ein."

Sozialarbeiterin Aysa Candan kümmert sich um die jesidischen Schüler. | FOTO: HENRIK MARTINSCHLEDDE

Für die jesidischen Kinder sei der Start in ein neues Leben, in eine neue Kultur, ein gewaltiger Umbruch, sagte Andrae. "Wenn sie nach Gütersloh kommen, sprechen sie meistens kein einziges Wort Deutsch. Sie sind aus ihrer Heimat ganz andere Erziehungsmethoden gewohnt und müssen zunächst häufig ganz einfache Dinge lernen, wie Schulpflicht, Pünktlichkeit, gemeinsames Spiel." Der kulturelle Unterschied im Vergleich zu anderen Migrantenkindern sei zum Teil erheblich; die spezielle Förderung insofern angebracht. Wichtig sei auch, dass Candan Gespräche mit den Eltern führe, denn dort träfe man oft auf Verständigungsprobleme."Unsere Erfahrungen mit dieser Art Förderung sind äußerst positiv", sagte Andreas Reinhold vom Fachbereich Jugend und Soziales der Stadt. Jesiden zu integrieren, sei schwieriger als etwa Deutsch-Russen, sie seien kulturferner. Manchmal stehe man vor unerwarteten Hürden: etwa der, dass die jesidischen Kinder nie gelernt hätten, Fahrrad zu fahren. Ohne Rad aber sei es schwierig, zur Schule zu kommen. Ein Kursus mit der Verkehrswacht im Ferienprogramm des vergangenen Sommers war die praktische Antwort auf dieses Problem.

Reinhold sagte, in Gütersloh sei der Zuzug von Jesiden inzwischen stabil. Die meisten Familienzusammenführungen seien abgeschlossen. 2007 hatten die ersten irakischen Flüchtlinge den Weg nach Gütersloh gefunden, in den Folgejahren nahm ihre Zahl rasch zu. Mit einer Änderung der gesetzlichen Grundlage und dauerhafter Aufenthaltserlaubnis war es den Flüchtlingen möglich, ihre Angehörigen nachzuholen. In Gütersloh war der Zuzug besonders stark; laut Stadt leben hier wesentlich mehr Jesiden als andernorts und in Kommunen vergleichbarer Größe. Abzuwarten sei nun die Entwicklung in Syrien.

Jesidische Jugendliche an der Hauptschule Nord. Der Kurs fand im Sommer statt. | FOTO: HENRIK MARTINSCHLEDDE

Um die berufliche Integration kümmert sich Jürgen Bambor vom Jugendmigrationsdienst der Diakonie. Arbeitsvermittlung, berufliche Fortbildung, Behördengänge, Arbeitslosengeldanträge: Hilfebedarf gibt es auf vielen Feldern. Bambor sagte, die Bereitschaft der Jesiden zur beruflichen Integration sei hoch. Viele nähmen freilich Arbeit unterhalb ihrer Qualifikation an, etwa als Schlachtgehilfen; Sprachschwierigkeiten seien der Grund.

Die Bereitschaft der Jesiden, sich gesellschaftlich einzufügen, sei es über Vereine oder Schulen, sei durchaus vorhanden. Nicht von ungefähr klappe die Integration weitgehend reibungslos. Die Situation innerhalb der Familien, zumal der Großfamilien, sei indes schwieriger einzuschätzen. Fälle von häuslicher Gewalt seien nicht auszuschließen. Die Rolle und auch das Selbstverständnis der Frau sei in jesidischen Kulturkreisen mitunter anders geprägt.

Sozialarbeit an sechs Grundschulen
An sechs Grundschulen in Gütersloh wird mit dem zweiten Halbjahr 2012 die Schulsozialarbeit aufgenommen: Altstadtschule, Grundschule Blankenhagen, Edith-Stein-Schule, Blücherschule, Grundschulen Kattenstroth und Sundern. Dort wird jeweils eine halbe Stelle eingerichtet. Hinzu kommt die spezielle Förderung jesidischer Schüler. Der Stadt stehen dafür bis Ende 2013 insgesamt 460.000 Euro zur Verfügung.

Kriterien für die Auswahl der Schulen war der Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund sowie besondere Belastungen der Schulen. Für die praktische Umsetzung der Sozialarbeit kooperiert die Stadt mit den jeweiligen Trägern des Offenen Ganztages: ev. Jugendhilfe Schweicheln, Kolping-Bildungszentrum und die Arbeiterwohlfahrt.

Jugenddezernent Martensmeier sieht in dem Angebot die Chance, möglichst früh für gleiche Bildungschancen der Kinder zu sorgen. Die Notwendigkeit von Sozialarbeit an Grundschulen habe man lange erkannt, bislang aber nicht finanzieren können.

 

VON LUDGER OSTERKAMP



 

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