Donnerstag, Dezember 8, 2016

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Gestern besuchten der Co Vorsitzende vom Zentralrat Safet Disli und Holger Geisler den Stuttgarter Landtag. Gemeinsam lauschten sie der bewegenden und starken Rede von UN Botschafterin Nadia Murad. Diese war einst, aus IS Gefangenschaft entkommen, eine der ersten Mädchen, die in das Sonder Aufnahme Programm des Landes Baden Württemberg aufgenommen wurde. Neben Nadia waren unter anderem auch die Sacharow Preisträgerin Lamija Bahar und die Buchautorin Farida Khalaf vor Ort, zwei von vielen weiteren positiven Beispielen wie gut das Programm wirkt. Holger Geisler hatte seinerzeit in vielen Gesprächen den Ministerpräsidenten Wilfired Kretschmann von der Richtigkeit der Aktion überzeugt. Songül Tolan, Ismail Altan, Chaukedin Issa und der heutige Vorstand von Mala Ezidya Hannover Osman al Jasdin hatten die Initiative seinerzeit gestartet, die Menschen wie Staatsminister Klaus -Peter Murwaski, Dr. Michael Blume und Professor Dr. Ilhan Kizilhan später mit Leben füllten. Wir danken den verantwortlichen in Baden Württemberg für ihren Mut und ihre Weitsicht und hoffen, dass noch viele Bundesländer aber auch andere Staaten diesem Beispiel folgen werden.
Denn noch immer leben fast 2.000 befreite Frauenund Kinder unter erbärmlichsten Bedingungen in den Lagern in Kurdistan/Irak.
Noch immer sind fast 3.500 Frauen und Kinder in den Fängen der IS Barbaren. Noch immer werden diese armen Seelen jeden Tag aufs neue gequält, gedemütigt und missbraucht. Lasst uns alle dafür streiten, dass dieses Unrecht endlich beendet wird und diese Leidenden endlich wieder leben können, einfach nur leben.
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6 days ago  ·  

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+++Stellungnahme vom „Zentralrat der Yeziden in Deutschland“ zum Film „The Dark Wind“+++

Liebe Vertreterinnen und Vertreter der Medien,
liebe Besucher des Films "The Dark Wind"
sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der Politik, Kirchen und Zivilgesellschaft
liebe Freundinnen und Freunde,

hiermit möchten wir, die angeschlossenen Vereine des "Zentralrat der Yeziden in Deutschland (ZYD)", unsere Stellungnahme zum Film "The Dark Wind" öffentlich bekannt machen. Dieser wurde am 15.11.2016 beim Internationalen Filmfest Mannheim/Heidelberg erstmals dem Pub-likum in Deutschland gezeigt.

Wir weisen darauf hin, dass es bereits bei der Premiere in Dohuk (Nord-Irak) massive Kritik an dem Film gab. Die öffentlichen Proteste seitens der jesidischen Bevölkerung waren so groß, dass sich die kurdische Regionalregierung, die über diverse Stellen ebenfalls finanzieller Förde-rer des Films ist, gezwungen sah, die weitere Veröffentlichung zu untersagen. Auch haben viele Jesidinnen und Jesiden aus der ganzen Welt massiv gegen den Film protestiert.
Auf diese massive, begründete und nachvollziehbare Kritik wurde mit einigen Veränderung des Inhaltes reagiert und MitosFilm versuchte einen Neustart. Auch dieser Veröffentlichung hatte die Familie des weltlichen Oberhauptes der Jesiden ausdrücklich widersprochen und ist über die inhaltlichen Aussagen des Films ebenso betroffen, erschüttert und verwundert wie die gesamte jesidische Gesellschaft.

Wir stellen fest, dass es sich bei dem Beitrag zwar um einen fiktiven Spielfilm handelt und nicht um eine Dokumentation. Aber auch ein Spielfilm darf bei aller künstlerischen Freiheit, die von uns grundsätzlich anerkannt wird, Tatsachen nicht so verdrehen, dass Opfer zu Tätern werden und eine ganze Religionsgemeinschaft dadurch elementar falsch dargestellt und diskriminiert wird. Dieses ist aber - die vermutlich bewusst gewollte – Wirkung des Films.

Vielen in der Öffentlichkeit ist nicht wirklich bekannt, was den Jesiden tatsächlich widerfahren ist. Sie wurden am 03.08.2014 von den Verantwortlichen im Stich gelassen. Auf ganzer Linie haben Verteidigungseinheiten versagt und somit den Weg frei gemacht für den Genozid an den Jesiden.

Vor dem Hintergrund, dass noch tausende jesidische Mädchen und Frauen in der Gefangen-schaft der IS-Barbaren sind, geht es uns darum, dass mit dem Film eine falsch verbreitete Bot-schaft an die noch immer in IS-Sexsklavinnenhaft befindlichen über 3.500 Frauen und Mädchen verbreitet wird. Die Botschaft, die von Islamisten ganz sicher auch verbreitet werden wird, lau-tet: Seht her, eure eigene Religionsgemeinschaft und Gesellschaft stößt euch ab. Selbst wenn euch Euer Mann/Freund liebt, könnt ihr nicht sicher sein, dass eure Gemeinschaft, euer Dorf, eure Familien euch aufnehmen, euch trösten, pflegen, verstehen und akzeptieren wird.

Wer durch diese Filmlüge bewirkt, dass auch nur eine Frau, ein Mädchen nicht zur Familie zu-rückkehren wird, macht sich schuldig und ist somit der Zerstörer eines menschlichen Schicksals.

Unsere Botschaft ist eine andere: Alle jesidischen Mädchen und Frauen, die aus IS-Gefangenschaft fliehen konnten oder befreit wurden (und hoffentlich noch werden), werden und wurden von der jesidische Gemeinschaft zu keinem Zeitpunkt verstoßen, sondern will-kommen geheißen. Eindrucksvoll ist die Rückkehr zahlreicher jesidischer Mädchen und Frauen bereits am heiligsten Ort der Jesiden, in Lalis, gefeiert worden. Das religiöse und auch weltliche Oberhaupt der Jesiden hat die Mädchen und Frauen in einer Zeremonie herzlich empfangen. Diese Mädchen und Frauen gehören weiterhin zu uns und sind Teil unserer Gemeinschaft. Diese Mädchen und Frauen, die schreckliches und unvorstellbares erlebt und vor allem überlebt ha-ben, sind unsere Heldinnen. Sie sind Heldinnen unserer gesamten Religion, sie verstecken sich nicht. Sie reden offen über ihr Leid und was ihnen widerfahren ist. Sie versuchen auf unter-schiedlichen Wegen auf das Schicksal tausender jesidischer Frauen und Mädchen, die sich noch in IS-Gefangenschaft befinden, aufmerksam zu machen. Sie sind wichtige Zeitzeuginnen denen eins gebührt: Gerechtigkeit und Respekt. Wir werden mit allen Mitteln die uns zur Verfügung stehen für diese Mädchen und Frauen kämpfen. Wir werden weiterhin dafür eintreten, dass sie Hilfe bekommen (s. Sonderprogramm Baden-Württemberg), um die schrecklichen Geschehnisse zu verarbeiten und irgendwann ein normales Leben führen können.

Viele dieser jungen Frauen und Mädchen haben uns inständig darum gebeten, die Ausstrahlung des Films zu verhindern. Ein Aussage einer jungen Frau aus IS-Gefangenschaft: „Wenn die Men-schen sehen könnten, was ich in IS-Gefangenschaft erlebt habe, dann wären ihre Herzen für immer gerbrochen“. Sie sehen durch diesen fiktiven Film ihre Gesellschaft und ihre Religion, die sie so fürsorglich und liebevolle wieder aufgenommen hat, als beleidigt, diskriminiert und beschmutzt an. Noch mehr fürchten sie aber um die noch immer in Sex-Sklavinnenhaft befindlichen Verwandten. Sie wissen nur zu gut, was diese erleben müssen.

Wir mussten ihnen mitteilen, dass wir - bedingt durch die Meinungsfreiheit, etc., darauf leider keinen Einfluss nehmen können. Allerdings haben wir von Herrn Aktas eine schriftliche Zusage erhalten, dass er den Film ohne Zustimmung der Mir-Familie (dies ist die Familie des weltlichen Oberhauptes) der Jesiden, niemals in die Kinos bringen wird. Wir wissen, diese Aussage ist nicht rechtsverbindlich, haben aber auf das Wort dieses Mannes vertraut. Mit der jetzigen Aufführung verletzt er wissentlich die Gefühle dieser so stark traumatisierten Frauen und Mädchen.

Wir bitten Sie, sich nur einen Augenblick folgendes Szenario vorzustellen: 1947 hätte ein deut-scher Filmemacher einen Film gedreht mit dem Anspruch, über die jüdische Religion und dem Holocaust zu berichten. Er hätte einige Riten und Bräuche, andere völlig falsch dargestellt. Er hätte falsche Symbole des Glaubens, z.B. ein Kreuz benutzt, etc. Er hätte im ersten Teil über den Holocaust berichtet, ohne die Ursachen der Gräueltaten auch nur im Ansatz darzustellen und dann behauptet, eine Frau, die aus KZ-Haft freigekommen war und dort geschwängert wurde, wäre Anfeindungen in der Gesellschaft ausgesetzt gewesen und die eigene Familie hätte einen so genannten "Ehrenmord" geplant." Präsentiert auf einem Internationalen Filmfest, mit der Begründung - ist nicht passiert, hätte aber passieren können. Ein solcher Film wäre, völlig zu Recht in der Luft zerrissen worden, es hätte massivste Proteste gegeben und vermutlich wäre dieser Film dann auch verboten worden.

Wir maßen uns nicht an, unser Schicksal mit dem der Juden zu vergleichen, doch nach dem an unserem Volk erfolgten Genozid hätten wir uns eine gewisse menschliche, religiöse und kulturelle Sensibilität schon gewünscht und ehrlich gesagt auch erwartet.

Wir haben aber keine Lobby in Deutschland. Wie groß wäre der öffentliche Aufschrei wohl gewesen wenn ein solcher Film über Muslime oder orientalische Christen gedreht und auf einem Internationalen Filmfest gezeigt worden wäre? Es dürfte allen mitfühlenden Menschen verständlich sein, dass wir einen respektvollen Umgang mit unseren Opfern erwarten können.

Völlig fassungslos macht uns in diesem Zusammenhang die Liste der Förderer dieses Films. Ne-ben Katar, nach Meinung der meisten Experten einer der größten Förderer des IS und der Regi-onalverwaltungen der kurdischen Regionalregierung, stehen zwei Partner ganz vorne in der Finanzierung, deren Engagement aber für die Jesiden zumindest fragwürdig erscheint.

Das aber auch das evangelische Hilfswerk „Brot für die Welt“ einen solchen Film finanziell unterstützt, hätten wir so nicht unbedingt erwartet. Wir nehmen aber wahr, dass sich Brot für die Welt zwischenzeitlich beim Zentralrat der Yeziden von der Ankündigung des Films im Pro-grammheft und auf der Webseite des Filmfests Mannheim-Heidelberg distanziert hat und uns mitgeteilt hat, dass ihnen das Schicksal des jesidischen Volkes sehr am Herzen liegt. Danach sollte auch das eigentliche Ziel des Films sein, das Schicksal und das Leid der jesidischen Frauen und Mädchen und des gesamten jesidischen Volkes nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Produziert und international gezeigt wird aber genau das Gegenteil. Wer trägt aber letztendlich die Verantwortung dafür, dass so menschliches Leid vollkommen verdreht wird.

Wir hoffen sehr, Sie verstehen unsere Stellungnahme und öffentliche Äußerung nicht falsch. Wir Jesiden in Deutschland empfinden uns als fester Bestandteil der deutschen Gesellschaft. Daran wird sich nie etwas ändern, denn wir wissen aus eigener Erfahrung was es heißt, nicht in einer demokratischen Gesellschaft mit gleichen Rechten und Pflichten leben zu dürfen sowie ständig unterdrückt und mit falschen Vorstellungen über unsere Religionsgemeinschaft konfrontiert zu werden.

Wir haben den oben erwähnten Frauen und Mädchen von diesen Werten und Gegebenheiten in Deutschland mit Stolz berichtet. Es schmerzt uns deshalb umso mehr, dass dieser Film in Deutschland öffentlich auf einem Filmfest gezeigt und als „bemerkenswert mutige Arbeit“ an-gepriesen wird. Wir wissen aber, wie unsere brutal misshandelten Frauen und Mädchen unter den Filmvorstellungen leiden werden. Es wäre gut gewesen, wenn der Autor/Produzent, der Regisseur und die Produktionsfirma vorher das Gespräch mit diesen so enorm Betroffenen ge-sucht hätten. Denn nur wer versteht, kann einen Film produzieren, der Empathie schafft und Wahrheiten nicht verdreht.

Wir bedanken uns herzlich für Ihre Aufmerksamkeit.

Tahli Burunacik
Safet Disli
Vorsitzende des ZYD
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3 weeks ago  ·  

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***Neuer Vorstand des Zentralrats der Jesiden in Deutschland***
Vorsitzende/Doppelspitze: Herr Safet Disli / Frau Tahli Burunacik

In der Mitgliederversammlung am 06.11.2016 in Oldenburg wurde ein neuer Vorstand gewählt.

Nach zwei Jahren erfolgreicher Arbeit im Zentralrat der Jesiden in Deutschland wurden die bisherigen Vorstandsmitglieder entlastet und schieden aus Ihren Ämtern aus. Die anwesenden Mitglieder dankten ihnen herzlich für die geleistete Arbeit und das stete
Engagement für die jesidische Community/Zentralrat der Jesiden in Deutschland.

Der bisherige Vorstand, darunter der Vorsitzende Herr Telim Tolan, sein Stellvertreter Herr Süleyman Kaya, Pressesprecher Herr Holger Geissler, Generalsekretär Sahap Dag und der
Religionsbeauftragte und persönlicher Berater des Vorsitzenden Herr Chaukeddin Issa, zogen anschließend eine sehr positive Bilanz ihrer Tätigkeit und verließen mit erhobenen Hauptes
Ihre Ämter. Der Einsatz habe sich mehr als gelohnt und sollte im Sinne des scheidenden Vorstands fortgeführt werden.
Nicht anwesend war Songül Tolan, die im Jahr 2014-2016 als
internationale Pressesprecherin sehr gute Arbeit geleistet hat.

In den anschließenden Wahlen wurde der neue Vorstand für die kommenden zwei Jahre bestimmt.

Folgende Personen werden diese verantwortungsvolle und für unsere Jesidische Religionsgemeinschaft immens wichtige Aufgabe übernehmen:

Vorsitzende/Doppelspitze: Herr Safet Disli / Frau Tahli Burunacik
Generalsekretär: Herr Sahap Dag
Religion: Herr Chaukeddin Issa
Jugend: Frau Gulistan Ak
Recht u. Frauen: Frau Dilan Issa
Integration: Herr Ismail Altan
Schatzmeister: Herr Hikmet Tolan
Soziales u. Kultur: Herr Sait Cengiz

Sonderbeauftragter für humanitäre Projekte: Herr Telim Tolan

Somit tritt eine fast komplett neue und motivierte Mannschaft ihren Dienst im Vorstand des Zentralrats der Jesiden in Deutschland an. Der neue Vorstand ist sich der Bürde und
Verantwortung seiner Aufgaben bewusst und wird dabei tatkräftig von ehemaligen Vorstandsmitgliedern unterstützt.
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4 weeks ago  ·  

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Politik

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